Prinz Rupprecht von Bayern bricht im Jahr 1902 zu einer sechs Monate währenden Reise durch Ostasien auf. Geprägt von militärischer Disziplin, wissenschaftlicher Neugier und einem unstillbaren Drang nach Erkenntnis sucht er das Unbekannte – und findet weit mehr, als er erwartet hat.

Ein besonderer Höhepunkt seiner Reise ist Japan, das sich nach der Meiji-Restauration in rasanter Modernisierung befindet. Rupprecht begegnet einem Land, das Tradition und Fortschritt auf einzigartige Weise verbindet, und hält seine Eindrücke mit scharfem Blick und lebendiger Detailfülle fest. Zugleich bleibt seine Sicht von den Denkmustern seiner Zeit geprägt. Wie viele europäische Reisende um 1900 interpretiert er das Gesehene im Rahmen eines orientalistisch geprägten Weltbildes, das fremde Kulturen ordnet, vergleicht und bewertet. Gerade in dieser Verbindung von persönlicher Sicht und zeitgenössischer Deutung liegt der besondere Reiz seines Werkes. Es eröffnet nicht nur ein Panorama Japans an der Schwelle zur Moderne, sondern auch einen entlarvenden Einblick in die europäische Wahrnehmung des Fremden.