Der Mann, der nicht sterben wollte

und andere seltsame Geschichten aus dem alten Japan

 

Yei Theodora Ozaki

 

Broschur

115 Seiten

Format 22 x 15,5 cm

ISBN 978-3-945058-29-9

 

12,00 €

 

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Die Geschichten spielen in verlassenen Gegenden, verfallenen Tempeln und sonderbaren Traumwelten. Dort treffen heimtückische Wandelwesen, riesenhafte Dämonen und selbstsüchtige Sterbliche auf kluge Priester, tapfere Samurai und belehrende Götterboten. 

 

Yei Theodora Ozaki entführt uns in die Welt der japanischen Mythen und Legenden. Dabei vermittelt sie der Leserschaft ein tiefes Verständnis für die Werte und Traditionen, die das Land und seine Bewohner bis heute prägen.

 

 

Yei Theodora Ozaki war eine Wanderin und Vermittlerin zwischen den Welten. Ihr Vater, Saburō Ozaki, Nachkomme einer wohlhabenden Samurai-Familie aus Kyoto, kam im Jahre 1868 als einer der ersten japanischen Auslandsstudenten nach London, wo er die Tochter seines Englischlehrers heiratete. Aus der Ehe, die nur fünf Jahre hielt, gingen drei Töchter hervor, die bei ihrer Mutter in England aufwuchsen, während der Vater nach Japan zurückkehrte. Yei Theodora, die zweite Tochter, siedelte im Alter von 16 Jahren in das Heimatland ihres Vaters über. Dort war sie nach Abschluss ihrer Ausbildung zunächst als Lehrerin an einer Mädchenschule und später als Sekretärin des britischen Botschafters in Tokyo tätig. Mit dessen Familie reiste sie nach Europa, wo sie einige Zeit in Italien lebte. Zurück in Japan verkehrte sie in den Kreisen von Aristokraten und Politikern. Dabei lernte sie den Bürgermeister von Tokyo, Yukio Ozaki, kennen, nachdem die Post aufgrund der Namensgleichheit jahrelang ihre Briefe fälschlicherweise an ihn und seine an sie ausgeliefert hatte. Yei Theodora Ozaki lebte nach der Heirat bis zu ihrem Tod im Jahre 1932 in Japan.

 

Während ihrer Tätigkeit als Lehrerin entstand bei Yei Theodora Ozaki, ausgelöst durch die Erzählungen ihrer Schülerinnen, eine besondere Faszination für japanische Mythen und Legenden:

„In diesen frühen Jahren liebte ich die Helden und Heldinnen meines Landes mit leidenschaftlicher und romantischer Hingabe. Sie waren die Gefährten meiner Einsamkeit, edel und fern, aber gleichzeitig nah und wirkkräftig wie das Feuer des Idealismus meiner jungen Schülerinnen. Sie erfüllten meine Vorstellungen mit schönen Bildern, zärtlich und mutig und treu. Damals wurde mir oft vorgeworfen, eine Träumerin zu sein, doch meine Träume waren erfüllt von Schönheit und Edelmut. Die alten Geschichten hatten mich in Besitz genommen. Sie waren wundervoll, erheiternd und begeisternd, obwohl ich mir zu dieser Zeit kaum vorstellen konnte, sie jemals aufzuschreiben“

 

Die besondere Vorliebe der Autorin für unheimliche Geschichten entstand wohl nach der Rückkehr nach Japan:

„Ich lebte im Obergeschoss eines alten buddhistischen Tempels und genoss die Merkwürdigkeit und Entrücktheit des Ortes. Unter meinen Fenstern befand sich ein Friedhof, auf dem ich in Sommernächten Ausschau nach Geistern hielt. Im Winter machten mir die Kälte, die Zugluft und die Ratten zu schaffen. Manchmal wurde ich im Morgengrauen durch Gongschläge und Glockenläuten geweckt. Dann schaute ich aus meinem Fenster, um im Hof einen Trauerzug zu beobachten.“

 

Erste Erzählungen von Yei Theodora Ozaki erschienen um 1900 in den britischen Zeitschriften The World Wide Magazine, The Girl's Realm und The Lady's Realm. Die 1903 veröffentlichte Märchensammlung The Japanese Fairy Book war sehr erfolgreich und wurde in den USA und in England mehrfach neu aufgelegt. Es folgten drei weitere Geschichtensammlungen von Yei Theodora Ozaki: Warriors of Old Japan and Other Stories, Romances of Old Japan und Buddha's Crystal and Other Fairy Stories. Die meisten der dort veröffentlichten Geschichten haben ihre Ursprünge in der Kamakura-Zeit (1185–1333) und der Muromachi-Zeit (1333–1573), als die Kriegerklasse in Japan enorm an Bedeutung gewann. Und so finden sich in den Geschichten meist moralische Belehrungen in Kombination mit heroisierenden Beschreibungen von tapferen Samurai, die durch die Macht des Buddhismus gestärkt werden.

 

Bei den Erzählungen von Yei Theodora Ozaki handelt es sich nicht um wörtliche Übersetzungen der japanischen Originale. Die Autorin hat die Geschichten bewusst an das Verständnis und den Geschmack der Leserschaft angepasst. Wie zuvor schon Lafcadio Hearn versuchte sie auf diese Weise, dem Westen die Kultur und Denkweise der Japaner näherzubringen:

„Es war auch meine Hoffnung, dass die alten Geschichten und Legenden, wenn ich sie auf Englisch nacherzähle, dem Westen die Ideale und Empfindungen vermitteln, für die die Japaner leben und sterben.“

 

Der vorliegende Band enthält eine Auswahl der besten Geschichten von Yei Theodora Ozaki, die hier erstmals mit erläuternden Kommentaren versehen in deutscher Spra­che erscheinen.

 

 

Alle Zitate aus dem Vorwort zu: Yei Theodora Ozaki. Warriors of Old Japan and Other Stories. Boston. Houghton Mifflin. 1909.

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