Chillonius in Japan

Josef von Doblhoff

 

Broschur
148 Seiten
18 S/W-Abbildungen

Format 22 x 15,5 cm
ISBN 978-3-945058-10-7

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„Ich erblickte den Fujiyama zum ersten Male, welcher ganz rein und schön, durch eine helllila gefärbte Wolke von den anderen Bergen getrennt, weiß glänzend von der durchsichtigen Luft sich abhebend, über den blauen und dunkelgrünen, lila und braunroten Tinten der anderen Züge in die Höhe ragte…

Der alte Riese Fujiyama war verhüllt. Nebel deckte noch die See. Aber hoch oben war schon der klare Tag zu erkennen. In einer Anwandlung heiterer Laune schoss Dr. H. die Ladung seines Revolvers auf Wasservögel in der Bai aus...

Überall schleicht sich dieser zudringliche Kegel in die Hintergründe, und nur wohltätige Wolken mögen ihn dem nach klassischen Formen lechzenden Touristenauge entziehen.“

 

Angeregt durch Jules Vernes Roman „Reise um die Welt in 80 Tagen“ und die Weltausstellung in Wien, machte sich der Aristokratensohn Josef von Doblhoff im Jahre 1873 auf eine große Reise, die ihn in 285 Tagen um die Welt führen sollte. In Wien hatte der japanische Bereich der Weltausstellung mit seiner verspielten Gartenanlage, einem pittoresken Shintō-Schrein, einer leuchtend roten Bogenbrücke und einer Vielzahl kunstvoll gestutzter Bonsai-Bäumchen eine besondere Faszination auf Doblhoff ausgeübt. So ist es verständlich, dass er den Besuch in Japan als den Höhepunkt seiner Weltreise betrachtete. Erst wenige Jahre zuvor hatte das Land sich geöffnet und in der Folge der Meiji-Restauration dem Westen zugewandt. Vor Ort war Doblhoff schnell ernüchtert. Er musste feststellen, dass die romantisierende Darstellung Japans auf der Weltausstellung in Wien wenig gemein hatte mit der Realität im Land der aufgehenden Sonne. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Stimmung in seinem Reisebericht von anfänglicher Begeisterung zu kategorischer Ablehnung verfärbt.

 

In Japan traf Doblhoff auf seinen Landsmann Raimund von Stillfried. Diesen hatte er bereits auf der Weltausstellung in Wien kennengelernt. Stillfried war dort für den Aufbau eines japanischen Teehauses verantwortlich gewesen. In Japan war Stillfried als Maler und Fotograf tätig. Er betrieb ein Studio in Yokohama. Der Aristokratensohn aus Österreich war ein Abenteurer. Kein Risiko war ihm zu hoch, um ein spektakuläres Motiv auf die Fotoplatte zu bannen. So stand Stillfried kurz vor der Ausweisung, nachdem er mit der Vermarktung eines heimlich aufgenommen Kaiserportraits begonnen hatte. Auch sein Versuch, während einer Hinrichtung den fallenden Kopf abzulichten, sorgte für Aufregung.

 

Doblhoff hat seine Weltreise akribisch dokumentiert. Bereits 1875 publizierte er seine Aufzeichnungen in einem mehr als tausend Seiten starken Privatdruck. Seine Freunde überredeten Doblhoff, das Werk einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So entschied er sich 1881 zur Veröffentlichung einer auf 603 Seiten gekürzten Ausgabe im Selbstverlag. Der Band trug den Titel „Von den Pyramiden zum Niagara – Eine Reise um die Erde“. Er verstand sein Werk als nützlichen Ratgeber für andere, die sich ebenfalls auf Weltreise begeben wollten.

 

Doblhoffs Bericht über seinen Besuch in Japan wird in der vorliegenden Ausgabe durch Stillfrieds Fotografien illustriert, allesamt Genre-Bilder, die den Europäern im ausgehenden 19. Jahrhundert die faszinierende Welt Japans vermitteln sollten.

 

Außerdem enthält der vorliegende Band auch Doblhoffs einzige von seinem Japanaufenthalt inspirierte Novelle „Mamsell Espenlaub“, die er im Jahre 1900 unter dem Pseudonym „Chillonius“ verfasste. Man darf wohl behaupten, dass Pierre Lotis Roman „Madame Chryantheme“ aus dem Jahre 1883 sowohl beim Titel als auch beim Inhalt des Dobelhoffschen Werkes Pate gestanden hat.

 

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